Hand­lungs­kom­pe­tenz

Grau is’ im Leben alle Theo­rie –
aber entschei­dend is’ auf’m Platz.

 

Müsste, könnte und sollte sind die Erken­nungs­ver­ben der Zöge­rer und Beden­ken­trä­ger. Alles ist geplant, die Stra­te­gien sind entwi­ckelt – jetzt müsste es nur noch verwirk­licht werden. Genau hier liegt der Hase im Pfef­fer. „Es müsste nur noch jemand tun“, mit diesem Satz treten Legio­nen von uns den Rück­wärts­gang an. Wir sind ein Volk von Angst­ha­sen, die beim Gedan­ken an Entwick­lung und Möglich­kei­ten schnell die Hose voll haben. Planen ja, doch verwirk­li­chen, sich die Hände schmut­zig machen, das sollen bitte andere. Eckart von Hirsch­hau­sen hat Recht: Dort, wo bei allen Menschen hinter dem Stirn­kno­chen die Front­al­lap­pen des Gehirns sitzen, vermu­tet er eine deut­sche Beson­der­heit – den Jammer­lap­pen. German Angst, unter diesem Begriff ist unsere weit verbrei­tete Verhal­tens­ei­gen­schaft rund um den Globus bekannt gewor­den.

Es hakt an der Umset­zung und dem Verwirk­li­chen. Fußball-Legende Adi Preiß­ler formu­lierte es auf den Punkt: „Grau is’ im Leben alle Theo­rie – aber entschei­dend is’ auf’m Platz.“ Besser lässt es sich nicht ausdrü­cken. Wir Deut­schen spie­len mit, setzen auf Platz, nicht auf Sieg. Und das geht seit Jahr­zehn­ten so. Helmut Kohls Kritik am „kollek­ti­ven Frei­zeit­park“ Deutsch­land stammt aus seiner Regie­rungs­er­klä­rung vom Okto­ber 1993. Hu, das ist schon lange her! Roman Herzogs Aufruf, dass ein Ruck durch Deutsch­land gehen müsse, liegt eben­falls bald ein Vier­tel­jahr­hun­dert zurück.

Die Corona-Krise hat dies noch verstärkt. Für junge Menschen gelten die Beam­ten­lauf­bahn und ein Job als Ange­stellte in der öffent­li­chen Verwal­tung im Jahr 2020 als die vorran­gi­gen Berufs­ziele. Das hat fatale Auswir­kun­gen auf Wirt­schaft, Kultur, Gesell­schaft, Wissen­schaft. Wer mit 23 schon die Hosen voll hat, ist mit Sicher­heit 35 Jahre später kein Anwär­ter auf einen Nobel­preis. Firmen wie Apple, Tesla, Google oder Amazon werden heute außer­halb Deutsch­lands gegrün­det.

Dabei haben wir alles Nötige an Bord. Ein Ausbil­dungs­sys­tem, das sich welt­weit sehen lassen kann, eine Infra­struk­tur, die ihres Glei­chen sucht. Was uns hemmt, ist die Angst.

Wir sind auf dem Kopf stehende Pyra­mi­den, sind Wissens­rie­sen aber Umset­zungs­zwerge. Viel­leicht geht’s uns zu gut, haben wir es uns auf dem Sofa des gewohn­ten Komforts gemüt­lich gemacht.

Was wir brau­chen, ist der Biss, siegen zu wollen, neue Pflö­cke einzu­schla­gen und wie Captain Kirk in Gala­xien aufzu­bre­chen, in denen noch nie jemand gewe­sen ist. Einfach mal losle­gen, sollte unser Motto für die kommende Zeit sein. Wer, wenn nicht wir aus dem Land der Dich­ter und Denker, könnte Antwor­ten auf die bren­nen­den Fragen der Zeit finden. Etwas prosai­scher als Adi Preiß­ler doch genauso tref­fend formu­lierte es Dich­ter­fürst Goethe Ende des 18. Jahr­hun­derts in seinem Drama Faust: „Grau, mein Freund, ist alle Theo­rie, doch grün des Lebens gold­ner Baum.“ Grei­fen wir zu!

Schlägst Du schon die Pflö­cke ein oder bist auch ein Wasch­lap­pen aus der „Genera­tion Lauch“? Fußball-Legende Adi Preiß­ler formu­lierte es auf den Punkt: „Grau is’ im Leben alle Theo­rie – aber entschei­dend is’ auf’m Platz.“ Wenn Du wissen willst, wie das geht, ruf mich an.

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2020-06-13T12:59:51+02:0013. 06. 2020|